eBay Kleinanzeigen … Fluch oder Segen ?

Vor ein paar Wochen haben wir damit angefangen „überflüssigen Hausstand“ bei eBay Kleinanzeigen zu verscherbeln oder gar zu verschenken.
Puuuhhh, grundsätzlich ist die Plattform ja eine feine Sache, auch die meisten Menschen mit denen man auf diesem Weg in Kontakt kommt sind vollkommen in Ordnung. Einige sogar richtig fein.
Manche aber leider auch nicht, manche sind so richtig penetranter Natur. Entweder Klugscheisser die alles und jedes besser wissen oder Exemplare die nicht zum vereinbarten Abholtermin auftauchen. Eine Absage scheint für manche auch ein überflüssig gewordenes Relikt aus dem vorherigen Jahrhundert zu sein. Klar sitzen wir gerne in unserer Freizeit rum und warten auf Leute denen wir im Idealfall auch noch was schenken wollen. Wir haben ja auch sonst nichts zu tun. Wäre ja blöd wenn wir vor lauter Langeweile auf irgendwelche blöden Ideen kommen würden.
Zugegeben, jeder kann mal etwas vergessen, es kann auch etwas ungeplantes dazwischen kommen, wenn ich jedoch nicht auftauche, nicht absage aber Tage später nach einer Lieferung für einen verschenkten Artikel frage dann weckt das in mir ernsthafte Zweifel an einem Teil der Menschheit. Ich befürchte wir haben noch ganz andere Sorgen als die Klimaerwärmung, einem Krieg in Europa und der Dauergrippe Corona. Es scheint eine schleichende Rückentwicklung des Menschen, zumindest mancher Menschen, stattzufinden an deren Ende wir (hoffentlich nicht alle) nichts weiter sind als sprechende Toastbrote (sorry Bernd, ist nix persönliches).

Aber zurück zur Plattform selbst. Cool ist dass Artikel ratztatz eingestellt und veröffentlicht sind. Auch dass zu dem Artikel ausgewiesen wird wieviele Leute sich das Angebot angesehen oder gar gemerkt haben hilft dabei abzuschätzen wie interessant ein Artikel für die potentiellen Interessenten ist. Besonders gut kann man das beobachten wenn man sich mal den Spaß macht einen Artikel mehrfach in unterschiedlichen Kategorien und mit unterschiedlichen Headlines und Beschreibungen anzulegen. Mir ist das unabsichtlich bei einem Artikel passiert und ich fand es persönlich sehr lehrreich. Das zur Guthabenseite.
Nun zur dunklen Seite. Mehr als dumm strukturiert ist die Organisation der Nachrichten. Sobald man eine Schallgrenze von, sagen wir mal 20 Artikeln, überschreitet wird das Ganze sehr schnell massiv unübersichtlich. Bei 50 oder mehr Artikeln hat man, bei mässiger bis guter Nachfrage, keine Chance mehr den Überblick zu behalten. Das könnte schöner gelöst werden.
Genau genommen darf ich jedoch nicht meckern, das Einstellen und der Verkauf sind ja immer noch kostenfrei. Also geschenkter Gaul und so.
Aber ich kann es ja auch nicht lassen 🙂 Weiterhin ist der Automatismus der nach irgendeinem Regelwerk prüft ob auch keine Richtlinien beim Einstellen von Artikeln verletzt wurden schwer überarbeitungsbedürftig. Bei 90% aller Ablehnungen wurden die Artikel nach einem schriftlichen Einspruch meinerseits (dafür gibt es gleich in der Ablehnungs-Mail einen Link zu einem Formular) innerhalb weniger Stunden wieder eingestellt. Die begleitende Mail zur erneuten Aktivierung bekommt man dann auch von einem echten Mitarbeiter. Also liebe Leute bei eBay, die eingesetzt KI oder was auch immer das sein soll ist scheiße und war vermutlich auch viel zu teuer ! Stellt mehr Leute ein um die Anzeigen zu prüfen dann müsst ihr auch nicht so viele Widersprüche bearbeiten. Könnte am Ende des Tages auch günstiger kommen. Ich würde das notfalls auch stundenweise von Unterwegs machen, freue mich über ein Angebot von Euch ;-). Aber genug gemeckert, die Reichweite der Plattform ist super und i.d.R. arbeitet diese auch zuverlässig. Eine Anregung hätte ich allerdings noch, oder besser auch zwei.
1. Lasst verkaufte Artikel länger im System, manchmal wäre es schön wenn man bei einem geplatzten Verkauf nicht wieder bei Adam & Eva anfangen müsste sondern einfach die bestehende Anzeige wieder aktivieren könnte.
2. Wie wäre es mit einer Funktion die ich unter neu/Kopie kenne. Da wird auf Basis eines bestehenden Datensatzes einfach eine Kopie angelegt. Diese kann dann modifiziert und veröffentlicht werden. Wenn man beispielsweise 5 verschiedene gemischte Kartons Bücher verschenken will muss man sich den Text nicht immer irgendwo in einem Editor speichern und dann per c&p einfügen sondern erzeugt die Kopie direkt im Formular.

Das mal so als rudimentäres Fazit zu unseren ersten Wochen mit eBay Kleinanzeigen. Eins bleibt vielleicht noch zu erwähnen: Anfragen mit „letzter Preis“ oder „wo ist Deine Schmerzgrenze“ muss man nicht beantworten. Das schont die Nerven und steigert das Wohlbefinden.
Wenn es zu penetrant wird gibt es in der (ansonsten eher unschönen) Nachrichtenverwaltung einen Knopf: Nutzer blockieren

So long & liebe Grüße
Rasta

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