Die Mutter aller Listen: ToDo

Bevor es dann wirklich losgehen kann müssen, gefühlt, noch tausend Dinge erledigt werden. Einiges davon ist Kleinkram, andere Aufgaben bedürfen etwas mehr Vorbereitung. Ich denke jeder, der sich mit dem Gedanken trägt Deutschland für einen längeren Zeitraum zu verlassen und vielleicht sogar noch alle Zelte hinter sich abzubrechen, wird sich mit einer mehr oder minder unendlichen Liste herumschlagen müssen. Die Liste mit dem Namen ToDo. Seltsam aber die heißt wirklich so. Wer schon mal nach einer Kaffeemarke namens ToGo gesucht hat wird mir beipflichten können dass man damit keine Scherze treibt. Aber los mit den Inhalten der Liste ToDo:

  • Zweiten Reisepass beantragen
    Je nachdem welche Länder auf der “Wunschliste” stehen ist es durchaus sinnvoll mehr als einen Reisepass zu besitzen. Es ist in Deutschland tatsächlich möglich an einen zweiten Reisepass zu kommen aber das ist den zuständigen Ämtern meist nicht bekannt und sollte auch gut und stichhaltig begründet werden. Sollten sich Länder auf der Reiseroute befinden die sich “beißen”, klassisches Beispiel ist gerne USA und Israel, kann das schon ein guter Grund für einen Zweitpass sein.
    Gute Tipps dazu geben die Webseiten von:
  • Krankenversicherung
    Die beste Idee dazu ist einfach angestellt zu bleiben. Ist aber in den meisten Fällen vermutlich eher schwierig. Also bleibt eigentlich nur der Weg zur klassischen Backpacker-Versicherung.
    Wer es sich leisten kann oder will beantragt bei seiner aktuellen Krankenkasse eine Anwartschaft. Das ist leider nicht umsonst, jede Krankenkasse hat da andere Bedingungen. Gute Infos dazu findet man auch auf der Webseite von Horizont Rocker.
    Weitere Anbieter:

Wir und die Krankenkasse – Update 06/2022:

Wir haben mit unseren Arbeitgebern den Weg eines “ruhenden Arbeitsverhältnisses” vereinbaren können. Das heisst wir kommen nach der vereinbarten Zeit zurück und haben beide noch einen Job. Superklasse !
Vielen Dank an der Stelle an unsere engagierten Vorgesetzten, Personalsachbearbeiter(innen) und Chef(innen)s. Ich hoffe das ist korrekt “gegendert”. Dieser neumoderne Kram wird mich irgendwann dazu bringen keine Zeile mehr zu schreiben.
Aber, darum geht es ja gerade gar nicht. Also, eine Lösung im Umgang mit der Krankenkasse besteht darin dass man im Falle eines ruhenden Arbeitsverhältnisses oder Sonderurlaubs vom Arbeitgeber bei der Krankenkasse abgemeldet wird. Parallel dazu, oder auch schon vorher, muss man sich selbst mit der KK in Verbindung setzen und die Situation schildern. Wir haben bei zwei unterschiedlichen KK, unabhängig voneinander, folgende Auskunft bekommen:

  1. Abschluss einer Reisekrankenversicherung (in unserem Fall Langzeit) ist quasi obligatorisch – Anbieter siehe oben.
  2. Vereinbarung über das ruhende Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber treffen. Schriftlich versteht sich.
  3. Nachweis der Reisekrankenversicherung plus Kopie der Vereinbarung mit dem Arbeitgeber mit der formlosen Bitte um eine “Pausierung” an die Krankenkasse schicken. Im Schreiben eine schriftliche Bestätigung anfordern.
  4. Bestätigung über die Beitragsfreiheit abwarten und glücklich sein.

Wichtig ist dass die Krankenkasse bestätigt dass ihr bis zu Termin xy oder alternativ, was noch besser ist, bis zur erneuten Anmeldung bei der Krankenkasse, keine Beiträge bezahlen müsst. Nach “Hörensagen” hat es schon Fälle gegeben bei denen die Krankenkassen die “Beitragsfreiheit” nicht bestätigt haben und dann nach Rückkehr eine Nachzahlung für den gesamten Zeitraum gefordert haben. Leider wurde der Anspruch der KK in dem beschriebenen Fall sogar gerichtlich bestätigt.
Ich glaube nicht dass das es die Regel ist, die KK werden in den meisten Fällen korrekt mit der Stilllegung der Versicherung umgehen, aber es mahnt zur Vorsicht, zumindest uns.


  • Sonstige Versicherungen
    Ein umfangreiches Thema. Im Laufe der Zeit sammeln sich dann doch einige Versicherungen an die es genauer unter die Lupe zu nehmen gilt. Was kann man “verlustfrei” kündigen, wo lohnt es sich einen Vertrag ruhen zu lassen und zu welchen Bedingungen ? Manch einem hilft hier der Weg zu einem “freien Versicherungsmakler”, vorausgesetzt man kommt irgendwie zu einem vertrauenswürdigen Kandidaten. Hier kann eine Empfehlung von Freunden/Familie Gold wert sein.
  • Reiseapotheke
    Auch wenn es oft den Anschein hat als ob Medikamente überall einfacher zu bekommen sind als in Deutschland sollte man das ein oder andere Medikament und natürlich Verbandsmaterial dann doch bei sich haben. Verletzungen oder Krankheiten treten erfahrungsgemäß gerne dort auf wo man nicht direkt vor einem grell leuchtenden grünen Kreuz parkt.
    Was genau auf die Liste gehört hängt auch davon ab mit welchen “Vorschäden” man sich auf die Reise macht. Im besten Fall spricht man das mit seinem Hausarzt ab. Gut ist es auch Freunde zu haben die im medizinischen Bereich arbeiten und bereit sind einem den ein oder anderen Insider-Tipp zu geben. Eine Einweisung zum Thema Nähen und/oder Klammern von Wunden kann auch nie schaden.
    Je nach Reiseland empfiehlt es sich auch eine kleine Grundausrüstung an Kanülen und Spritzen mitzuführen. Nicht überall ist steriles Material Schüttgut wie bei uns in Deutschland. Und wer möchte sich schon wegen einer, vermeintlich harmlosen, Spritze eine böse Infektion oder Krankheit einfangen ?
  • Thema TÜV
    Auch wenn es außerhalb von Deutschland vermutlich keinen interessiert sollte man sich Gedanken darüber machen wie man mit Fälligkeit der Hauptuntersuchung umgeht. Wir haben uns dazu entschlossen uns kurz vor Start noch eine frische Plakette abzuholen. Dann haben wir in Theorie 2 Jahre Ruhe und müssen uns nicht gleich bei Ankunft in Deutschland wieder mit dem Thema befassen. Ist ja auch blöd wenn man der Heimat vielleicht zwischendurch mal einen Besuch abstatten möchte und wird dann gleich genötigt den TÜV auszusuchen.
  • Impfungen
    Welche Impfungen man benötigt hängt natürlich sehr stark von den angepeilten Reisezielen ab. Sicherlich erfordert ein Tripp zum Amazonas oder nach Zentralafrika mehr Vorsorge als eine Rundreise durch Zentraleuropa mit Abstechern nach Nordafrika und Westasien. Aber however, wir haben zu dem Thema einen Termin mit unserem Hausarzt gemacht und wir werden berichten 😉

Impfungen – Update 06/2022:

Wir waren diese Woche beim Doc und haben uns ausführlich zum Thema Impfschutz beraten lassen. Schon ein etwas komisches Gefühl, zumal wir uns vor unseren bisherigen Reisen dazu eher wenig Gedanken gemacht haben. Mal abgesehen von den Corona-Impfungen im letzten Jahr sind unsere Impfpässe aktuell jungfräulich. Natürlich sind wir irgendwann mal gegen irgendwas geimpft worden aber wann das genau gewesen ist und wogegen genau ? Ein Mysterium.

Aber nun kommt auch bei diesem Thema Licht ins Dunkle. Der Doc hat uns folgende Impfungen ans Herz gelegt:

  1. Gelbfieber (optional)
    Möchte man Süd- oder Mittelamerika bereisen ist eine Impfung gegen Gelbfieber eigentlich obligatorisch, zumindest für Individualreisende. Für Afrika macht die Impfung nur dann Sinn wenn man sich zwischen dem 15. nördlichen und dem 18. südlichen Breitengrad bewegt. Da wir aktuell lediglich Nordafrika auf dem Reiseplan haben können wir guten Gewissens auf einen Schutz gegen Gelbfieber verzichten. Details für welche Länder sich eine Impfung anbietet kann man ausführlich beim Tropeninstitut nachlesen.
    Die Kosten für eine Gelbfieber-Impfung liegen bei ca. 60 bis 80 Euro und werden in speziellen Fällen, zumindest teilweise, von den Krankenkassen übernommen. Es ist ratsam sich bezüglich der Kostenübernahme zu informieren.
  2. DTP (4-fach-Impfstoff gegen Tetanus, Diphtherie, Pertussis und Polio)
    Den Impfstoff haben die meisten Arztpraxen direkt vor Ort. Wir haben uns den Pieks direkt nach der Beratung abgeholt. Kosten werden zu 100% von der Krankenkasse übernommen.
  3. Hepatitis (Havrix)
    Die Impfung gegen Hepatitis A wurde von unserem Hausarzt angeraten. Eine Impfung gegen Hep B ist bei uns nicht erforderlich weil wir beide als Kind eine Grundimunisierung erhalten haben und grundsätzlich keiner gefährdeten Gruppe angehören.
    Die Kosten für eine Impfung gegen Hep A liegen bei ca. 100 bis 130 Euro pro Nase (Zweifach-Impfung). in der Regel beteiligen sich die Krankenkassen an den Kosten mit bis zu 80%. Auch hier ist es ratsam sich vorher bei der eigenen KK zu informieren. Bei unserem Hausarzt war der Impfstoff nicht vorrätig, wir haben ein Rezept bekommen und können uns diesen in der Apotheke besorgen.
  4. Corona
    Derzeit ein leidiges Thema. Wir haben uns beide im letzten Jahr den vollständigen Impfschutz, also zweifach, verpassen lassen. Ansonsten wäre es mit unserer Reise nach Sardinien auch unnötig kompliziert geworden. However, im Februar haben wir beide, mit PCR-Test nachgewiesen, eine Erkrankung mit Corona hinter uns gebracht und sind daher quasi geimpft und genesen. Was in den nächsten Wochen noch passiert und ob es ggf. bis zum Start unserer Reise noch einen “neuen” Impfstoff gibt ist noch nicht sicher. Wir haben das Thema Corona-Impfung daher bis Oktober aufgeschoben und warten ab wie es bis dahin aussieht.

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